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Es nimmt der Augenblick,  was Jahre geben.   

                                             (Johann Wolfgang von Goethe)


  
Das letzte Foto von Anne ...

Es wurde im Kunstunterricht am 16.09.2003 aufgenommen.

Vielen Dank für das schöne Foto!                  



Anne hat gerne gelebt.  Ein tragischer Verkehrsunfall hat sie uns genommen.



       

Wenige Tage später ...
  

der Trauerraum in der Schule




                              

Annes Grabmal

































Die Sonnenblume war das Abschiedsgeschenk von Annes Klasse.
Das Pferd ließ Annes Freundin Sabrina nach einem Foto von Annes Pflegepferd töpfern.



Ein paar Erinnerungen an Anne ...   von Tante Karin, 14.03.05

Ich habe Anne im Alltag kaum erlebt, sie meist nur bei Familienfeiern getroffen. Ich habe sie als ein völlig strahlendes und charmantes Kind in Erinnerung, das die Erwachsenen schnell für sich gewinnen konnte. Ich weiß, dass sie vor allem in der Pubertät auch ganz schön anstrengend sein konnte. Und streiten konnte sie wohl auch ganz gut, vor allem mit ihren Schwestern. Aber das, was ich vor mir sehe, wenn ich an sie denke, sind ihre strahlenden Augen, ihr Lächeln und ihre Herzlichkeit.

Sie war nur einmal - ich glaube mit fünf Jahren - ein paar Tage bei mir in Ferien. Da wurde mir bewusst, dass sie auch ziemlich anspruchsvoll sein konnte. Ich fuhr mit ihr in ein Erlebnisbad. Die Fahrt dorthin dauerte vielleicht 20 Minuten. Anne saß hinten im Auto und verkündete ungefähr in Minutenabstand, dass ihr jetzt langweilig sei. 20 Minuten sind halt eine lange Zeit. Im Bad hatten wir dann viel Spaß. Sie genoss das Wasser und versuchte, Schwimmen zu lernen. Später gab´s dann Pommes mit Kechup. Da war ihre Welt in Ordnung.

Ich weiß nicht mehr, wie alt Anne war. Noch ziemlich klein, maximal vielleicht in der Grundschule. Ich war zu Besuch bei einer Familienfeier, wahrscheinlich war es Annes Geburtstag, der 26. Dezember. Meine Schwester Ellen - Annes Mutter - richtete Salat an. Ich sagte zu Ellen:" Oh, schau mal, da hängt noch ein bisschen Dreck dran." Ich wollte sie damit nicht ärgeren. Aber mein Satz brachte das Fass zum Überlaufen, meine Schwester war wohl schon zuvor ziemlich gestresst. Sie war richtig sauer und ging kräftig in die Luft. Anne kam zu mir und tröstete mich: ich bräuchte keine Angst haben, Mama wäre manchmal einfach so, das ginge aber wieder vorbei ...

Anne an ihrem 15. Geburtstag. Sebastian, ihr damaliger Freund, war auch da. Ich habe Fotos von den beiden gemacht. Ich sagte: "... und jetzt noch eine Kuss-Szene". Ich kannte sie eigentlich immer als unerschrocken und selbstbewusst. Ein Kuss-Foto erschien ihr aber doch zu heikel. Ich war ganz überrascht. Sie sagt: "Aber nur, wenn Mama die Fotos nicht in die Hände bekommt." Ich versprach ihr das. Da Kussfoto konnte gemacht werden; ich habe ihr die Bilder und die Negative dann irgendwann persönlich gegeben.

Ostern 2003 (?). Bin mir nicht sicher. Aber es war 2003. Wir gingen spazieren. Anne mit ihrem Vater vorneweg. Anne war das Vater-Kind. Sie hing viel an ihrem Vater dran - wortwörtlich: mit den Armen um seinen Hals oder bei ihm eingehängt - (zumindest an Familienfeiern, wo ich sie traf) und sie sah ihm ziemlich ähnlich. Die gleichen strahlenden Augen. Doch da sah ich jetzt eine erstaunliche Ähnlichkeit mir ihrer Mutter. Meine Schwester macht schon seit ihrer Kindheit manchmal ungewöhnlich ausladenede Schritte, bei denen sie tief in die Knie federt. Es sieht für mich irgedwie witzig aus. Genau das machte Anne, als sie mit ihrem Vater vorneweg spazierte. Meine Mutter (Annes Oma) sah es auch; wir waren beide überrrascht. Eigentlich waren für uns Annes Schwestern Katrin und Lena die beiden, die ihrer Mutter äußerlich ähnlich sind. Aber Annes Bewegungen verrieten ihre Mama.

Ich war nicht sehr eng mit Anne, wir sahen uns zu selten. Aber ich erinnere mich, an einem der letzten Male als ich sie sah - vielleicht war es Ostern 2003 - nahm ich sie zwischendurch in die Arme und drückte sie. Und sie reagierte ganz anschmiegsam und schmusig. Das fand ich schön.