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Der schreckliche Unfall

Am Abend des 19.09.2003 brachten mein Mann und ich Anne zu der Geburtstagsfeier eines Mitschülers, der 16 Jahre alt wurde.  Sie durfte dort - wie die meisten der gut 40 Partygäste -  übernachten. Unterwegs ermahnte ich sie noch: „Die Spielregeln sind dir bekannt: kein Alkohol, keine Zigaretten, keine Drogen, kein Sex!“ Das war so ein "mütterlicher Spruch", den Anne hasste. - Sie rastete diesmal gar nicht aus. 

Auf der Fahrt erzählte ich ihr von ihrer früheren Reitkollegin, die im März einen sehr schweren Autounfall überlebt hatte. Am Nachmittag hatte ich dieses Mädchen zufällig im Fitness-Studio getroffen, es ging ihr wieder recht gut. Anne kommentierte: „Sie hat aus ihrem Unfall aber gar nichts gelernt, sie rennt noch einmal wie´s andere Mal mit ihrem Auto durch die Gegend.“

Gegen 20.50 Uhr verabschiedeten wir Anne vor dem Haus, in dem die Party stattfand. Unterwegs meinte sie noch, wir bräuchten sie am nächsten Tag nicht abzuholen, da sie mit anderen Eltern mitfahren könne. „Ich komme irgendwann so gegen Mittag nach Hause,“ waren ihre letzten Worte an meinen Mann und mich.

 Annes Freunde erzählten uns später, sie sei an diesem Abend sehr gut drauf gewesen, habe sich für die Musik verantwortlich gefühlt, habe Break-Dance getanzt, habe auch etwas Bier getrunken. Um 0.20 Uhr wohl stieg sie auf das Motorrad eines anderen Gastes (der auch Alkohol getrunken hatte). Sie kannte den Jungen nur von dieser Party. Man wollte in die 6 km entfernte Kleinstadt fahren, um Kebab zu kaufen.

Anne trug die viel zu große Motorradjacke des Jungen, aber keinen Helm. Sie stritt vorher noch mit einer Freundin, wer auf dem Motorrad mitfahren dürfe ...
Es gab wohl auch einige Freunde, die ihr abrieten mitzufahren.
Anne hatte immer ein großes Durchsetzungsvermögen gehabt...

Ca. um 0.35 Uhr kam der Motorradfahrer in einer lang gezogenen Rechtskurve nach links von der Straße ab. In der steil abschüssigen Böschung überschlugen sie sich mit dem Motorrad. Anne stürzte so unglücklich, dass sie einen Genickbruch erlitt und sofort tot war. Sie hat wohl nicht gelitten.

 
Für den Motorradfahrer ging die Sache bis auf einige Knochenbrüche glimpflich aus!




Anne lag mit dem Kopf nach unten in der steilen Böschung.



Sie starb auf einer Pferdekoppel, die zu dem Hof gehört, auf dem ihr Pflegepferd stand.

     

Anne auf ihrem früheren Pflegepferd Gryta im März 2002


Am 12.04.2005 fand die Gerichtsverhandlung vor einem Jugendschöffengericht statt. Wir durften nicht dabei sein, da im Jugendstrafrecht die Öffentlichkeit (und damit auch wir als Eltern) ausgeschlossen ist. Da der Motorradfahrer zum Unfallzeitpunkt erst 17 Jahre alt war, war eine Nebenklage unsererseits von vornherein nicht möglich.